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„..das Tageslicht und der freie Raum sind Bewahrer und Beschützer des Bogenschießens… Wenn das Schießen irgendwann fehlerhaft ist, so versteckt es sich nicht, …sondern klagt sich offen an und verrät sich selbst, was der erste Schritt zur Besserung ist, wie weise Männer sagen.“

aus „Toxophilus – die Schule des Bogenschießens“
von Roger Ascham 1544

Bogenschießen ist ein Gewinn auf vielen Ebenen. Neben Spaß, Gemeinschaft, Ruhe und Natur ist es auch möglich, die persönliche Entwicklung damit zu fördern.

Wir verstehen Bogenschießen als einen Weg von europäischer Kampfkunst. Unsere Ahnen jagten mit dem Bogen viele tausend Jahre für ihr Überleben. In späterer Zeit wurde das Bogenschießen kriegerisch eingesetzt, aber auch als Weg der Entspannung und Selbstfindung.

Wir folgen diesen verschiedenen Ansätzen und Wegen des Bogenschießens in unserem Training und gehen damit weit über das übliche Schießen auf Zielscheiben hinaus.

Jagdbogen schießen

Das Jagdbogen- und 3D Bogenschießen ist in unserem Training verknüpft mit dem Bewegen im Einklang mit der natürlichen Umgebung. Als Trainingsgelände dient dazu unser schuleigener 3D Parcour mit 20 Zielen.

Roy Modus gibt in seinen Jagdbuch aus dem 14. Jahrhundert genaue Anweisungen, wie man auf „Lauer“ schießt:

“ Der Bogenschütze, der auf Lauer schießen will soll die Tiere zu Fuß suchen, zu sehr früher Stunde oder abends spät…er soll ganz alleine langsam gegen den Wind gehen, den Bogen in der Hand, von einer Fährte zur anderen, auf verdeckten Pfaden und quer durch die Dickung…“

Um diese Anweisung umzusetzen, muss sich der Bogenschütze leise und achtsam in der Natur bewegen können und eine gute Wahrnehmung von sich und der Natur haben. Da wir Roy Modus nicht mehr fragen können, wie diese Wahrnehmung zu erlernen ist, lassen wir uns dabei inspirieren von dem Wissen, das Tom Brown von dem Apachen Stalking Wolf erhalten hat und in seinen Wildniskursen weitergibt. Das bedeutet, wir vermitteln auch Grundkenntnisse in der Kunst, sich leise in der Natur zu bewegen und Spuren zu lesen.

Der Weg des Bogens – als Weg zu sich selbst

Das Bogenschießen kann auch ein Weg zu Selbsterkenntnis und persönlicher Entwicklung sein. Manche bezeichnen dies als meditatives Bogenschießen. Es findet durch viele Übungen, vor allem aber durch die konsequente Ausrichtung auf Bewusstheit und Achtsamkeit in allen Handlungen in unseren Training seinen Platz. Hier folgen wir der Linie von Chögyam Trungpa und den meditativen Schulen, die das Alltagsleben als Meditation begreifen.

Für uns findet Meditation nicht nur im Sitzen statt, sondern vor allem auch im Tun. Wir integrieren eine möglichst achtsame Haltung in das Bogenschießen durch die Methodik von Formen. Das heißt, dass wir zum Beispiel Bogenschießen aus verschiedenen festgelegten Haltungen in einer festgelegten Reihenfolge üben. Dabei liegt der Fokus auf einer möglichst exakten Ausführung dieser Haltungen und des Schussablaufs. Als Vorbilder verwenden wir dafür Abbildungen historischer Bogenschützen.

Diese Formen üben wir einzeln für uns oder synchron als Gruppe. Das möglichst synchrone Schießen als Gruppe vermittelt ein besonderes Erlebnis von Gemeinschaft und Eingebunden sein. Dies knüpft historisch an das Schießen von großen Bogenschützeneinheiten in Kampfhandlungen an.


Kampfformation 12.Jh (Pierpont Morgan Libary, Ms.429) aus „Pfeil und Bogen zur Merowingerzeit“ von H.Riesch

Das regelmäßige Üben von Bogenschießen in Achtsamkeit und Bewusstheit in den Formen hilft uns dabei, eine innere Instanz zu entwickeln. Diese Instanz, die manche meditative Traditionen den „Zeugen“ nennen, versetzt uns in die Lage, unsere Entscheidungen bewusster zu treffen, da sie weniger in unsere Alltagsgedanken verwickelt ist. Sie bemerkt diese, identifiziert sich aber nicht damit.

Durch die Arbeit des Reflektierens der eigenen gedanklichen und gefühlsmäßigen Reaktionen auf unsere Umgebung entsteht emotionale Kompetenz und eine Zunahme der persönlichen Präsenz.

Auf der körperlichen Ebene unterstützt Bogenschießen dabei, Spannungen im Körper wahrzunehmen und los zu lassen. Der Bogenschießstil, den Andreas Fuchs unterrichtet, arbeitet mit einer natürlich aufrechten Haltung. Diese unterstützt neben guten Schussergebnissen auch eine erhöhte Wahrnehmung der Umgebung, auch der sozialen. In der eigenen Körperwahrnehmung werden chronisch verkrampfte Muskeln deutlich. Durch diese Arbeit entsteht aber auch ein Zugang zu den psychischen Inhalten der Verspannungen und zu Wegen, diese zu lösen.


Trainingsgruppe Bogen

Jedes Mitglied der Bogengruppe kann unseren schuleigenen 3 D Bogenparcour mit 20 3 D Tierzielen kostenlos nutzen!

Wir trainieren:

montags von 18:00 bis 19:30 Uhr
mittwochs von 20:30 bis 22:00 Uhr
donnerstags von 18:00 bis 19:30 Uhr
freitags von 09:30 bis 11:00 Uhr

in einer Halle in Nürnberg. Alle ein bis zwei Monate ist sonntags von 14:00 bis 16:00 Uhr auf unserem Bogenparcour bei Burg Hohenstein Parcourtraining. Ein- bis zwei Mal im Jahr besuchen wir ein Turnier.

Alle Termine gerne auf Anfrage.

Anfängerkurs / Schnuppertraining