Der Weg des Bogens – als Weg zu sich selbst

Das Bogenschießen kann auch ein Weg zu Selbsterkenntnis und persönlicher Entwicklung sein. Manche bezeichnen dies als meditatives Bogenschießen. Es findet durch viele Übungen, vor allem aber durch die konsequente Ausrichtung auf Bewusstheit und Achtsamkeit in allen Handlungen in unseren Training seinen Platz. Hier folgen wir der Linie von Chögyam Trungpa und den meditativen Schulen, die das Alltagsleben als Meditation begreifen.

Für uns findet Meditation nicht nur im Sitzen statt, sondern vor allem auch im Tun. Wir integrieren eine möglichst achtsame Haltung in das Bogenschießen durch die Methodik von Formen. Das heißt, dass wir zum Beispiel Bogenschießen aus verschiedenen festgelegten Haltungen in einer festgelegten Reihenfolge üben. Dabei liegt der Fokus auf einer möglichst exakten Ausführung dieser Haltungen und des Schussablaufs.

Das regelmäßige Üben von Bogenschießen in Achtsamkeit und Bewusstheit in den Formen hilft uns dabei, eine innere Instanz zu entwickeln. Diese Instanz, die manche meditative Traditionen den „Zeugen“ nennen, versetzt uns in die Lage, unsere Entscheidungen bewusster zu treffen, da sie weniger in unsere Alltagsgedanken verwickelt ist. Sie bemerkt diese, identifiziert sich aber nicht damit.

Durch die Arbeit des Reflektierens der eigenen gedanklichen und gefühlsmäßigen Reaktionen auf unsere Umgebung entsteht emotionale Kompetenz und eine Zunahme der persönlichen Präsenz.

Auf der körperlichen Ebene unterstützt Bogenschießen dabei, Spannungen im Körper wahrzunehmen und los zu lassen. Der Bogenschießstil, den Andreas Fuchs unterrichtet, arbeitet mit einer natürlich aufrechten Haltung. Diese unterstützt neben guten Schussergebnissen auch eine erhöhte Wahrnehmung der Umgebung, auch der sozialen. In der eigenen Körperwahrnehmung werden chronisch verkrampfte Muskeln deutlich. Durch diese Arbeit entsteht aber auch ein Zugang zu den psychischen Inhalten der Verspannungen und zu Wegen, diese zu lösen.