Schwertkampf als sportlicher Wettkampf…

Im sportlichen Kampf mit dem langen Schwert steht für uns Sicherheit an erster Stelle. Alle unserer Sportler und Sportlerinnen sollen nach dem Wettkampf wieder gesund aus der Halle gehen.

In den Kämpfen verwenden wir, soweit schon verfügbar, genormte und zertifizierte Schutzkleidung. Unser Regelsystem verzichtet bewusst auf manche historisch korrekte Schwertkampftechniken wie beispielsweise Würfe.

Wir wollen unseren Sport offen halten für Männer und Frauen. Da es noch nicht üblich ist, in Geschlechts- oder Gewichtsklassen zu kämpfen wie in anderen Kampfsportarten, haben wir uns bewusst für eine sehr kontrollierte Wettkampfform entschieden, die mehr auf Technik und Geschwindigkeit denn auf Wirkungstreffer und Kraft zielt. Wir teilen diese Haltung zu sportlichen Wettkampf mit den anderen Schwertkampfschulen im Schwertring.

Als Ergebnis davon sind in unserem Wettkampfteam viele Frauen vertreten und wir haben bei unseren Kämpfen nie ernsthafte Verletzungen zu beklagen.

Schwertkampf als Kampfkunst…

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Schwertkampf mit dem Fokus auf Kampfkunst bedeutet für uns, dass wir sehr exakt versuchen, die historischen Techniken zu verstehen und umzusetzen. Dabei steht der sportliche Aspekt von Kraft und Ausdauer nicht im Vordergrund steht.

Diese Art Schwertkampf zu praktizieren bietet sich an für Menschen allen Alters. Der Fokus liegt dabei mehr auf der „schönen“, d.h. korrekten Bewegung und dem inneren Erleben von Konzentration, fließenden Abläufen und Freude.

Auch hier verwenden wir verschiedene Übungskonzepte vom klassischen Unterricht in der Gruppe, dem Einüben und Zeigen von historischen Stücken bis hin zum Üben und Entwickeln von Formen, die alleine ausgeführt werden.

Schwertkampf als Selbstverteidigung…

So viel anders als wir waren die Menschen im Mittelalter auch nicht. Es gab genug Grund zu Streit und Auseinandersetzung und in großer Dankbarkeit stellen wir fest, dass die Zeiten in denen wir leben, doch sehr viel weniger gewaltsam sind.

Der historische europäische Schwertkampf lehrt eine Vielzahl von Reaktionsmöglichkeiten, um auf Bedrohungen zu reagieren: Verteidigungen, wenn uns jemand an der Kleidung packt oder an den Händen. Auch gegen Würgen oder Angriffe mit Schlägen und Tritten. Beim Versuch, diese Techniken zu rekonstruieren, stellte sich heraus, dass manche Texte und Bilder sehr schwer zu interpretieren waren. Manche Forscher gehen davon aus, das das sogar die Absicht der Autoren war.

Als wir nach Lösungen suchten, entstand ein Kontakt zu Sensei Matthias Dülp vom TatsuToraKai Verband für JiuJittsu. Im Unterricht bei Matthias stellten wir erstaunt fest, dass viele Techniken der historischen europäischen Kampfkunst und der asiatischen Kampfkunst sehr ähnlich sind. Wenn man allerdings bedenkt, dass menschliche Körper sich überall auf der Welt gleichen und Hebelkräfte und andere Prinzipien für alle gültig sind, ist es vielleicht doch nicht so überraschend.

Als großes Geschenk und Anerkennung wurde SCHWERT & BOGEN 2015 in den TatsuToraKai Verband aufgenommen. So haben wir die Möglichkeit, die historischen europäischen Überlieferungen mit dem großen Fachwissen von Trainingspartnern aus verschiedensten Kampfkünsten zu vergleichen und zu überprüfen.

Wenn wir die Techniken nur rekonstruieren würden, wäre es so, als würden wir die Asche unserer Tradition aufheben und nicht die Fackel weitertragen. Aus diesen Grund und um Mehrer des Wissens zu sein, ergänzen wir unsere Selbstverteidigung um das Wissen aus der Konfliktforschung und den Erkenntnissen der Kommunikation nach Marshall Rosenberg, so dass Konflikte gar nicht bis zu Gewalt eskalieren, sondern in einem Miteinander gelöst werden.