Auf dem Weg des Kriegers / der Kriegerin stellt sich irgendwann die Frage wie gut wir allein sein können mit uns und mit den Erfahrungen die wir machen. Teilen wir aus Freude oder halten wir schlichtweg die Einsamkeit nicht aus und sind deswegen dazu gezwungen ständig in Kontakt zu sein und Beziehung zu führen. Dieses Seminar kann uns auf vielen Ebenen eine tiefe Erfahrung schenken…..

Den Ruf der Nacht hören…

..wie hört er sich an? Bedrohlich oder voller Geheimnisse? Hier ist eine Möglichkeit, ein Abenteuer mit sich selbst und der Welt zu erleben. Sich seinen Ängsten zu stellen, sein Leben anzuschauen, wie es ist, und mit neuer Klarheit zurück zu kommen- voller Tatendrang und Freude!

Eine besondere Erfahrung ist die „Nacht allein im Wald“ – vielleicht träumst Du schon lange von dieser Erfahrung, oder Du wünscht Dir eine Zeit ganz für Dich, um über Dein Leben nachzudenken. Vielleicht macht Dir der Gedanke daran auch Angst, und Du willst Dich deshalb dieser Erfahrung stellen.

Am Freitag Abend bauen wir noch die Zelte auf und machen verschiedene Übungen um in der Natur anzukommen. Am Samstag sucht sich jeder zu allererst seinen Platz für die Nacht im Wald. Dann richtet sich der Blick immer mehr nach Innen. Mit verschiedenen Methoden finden wir heraus wo wir in unserem Leben gerade stehen und was unsere Fragen sind. Am Abend dann gehen wir los, jeder allein auf seinen Platz.  Die Begleiter wachen an einem Feuer im Camp, so dass ein sicherer Rahmen vorhanden und eine Rückkehr jederzeit möglich ist. Am Morgen frühstücken wir gemeinsam und tauschen uns über das Erlebte aus.

Ort: Wildniscamp in Hohenstein

Kosten: 250.- Euro

Dauer: Freitag Abend bis Sonntag Mittag

 

Erfahrungen

Teilnehmer I:

„..und jeder entfernte sich schweigend vom Feuer in Richtung seines Platzes. Ich war nur bewaffnet mit einer Isomatte und einem Schlafsack. Zur Sicherheit nahm ich mir zwar noch mein Messer, eine Taschenlampe und eine Flasche Wasser mit. Ich würde nur das Wasser brauchen in dieser Nacht, aber das wusste ich natürlich noch nicht.
Angekommen war ich nun aber noch nicht. Ich musste im Halbdunkel im Wald erst meinen Platz wiederfinden. Und da erlebte ich die erste Überraschung. Ich sah etwas, was ich eigentlich seit meiner Kindheit nicht mehr gesehen hatte. Viele kleine, tanzende Lichtlein, die einmal da waren und wieder weg. Es war, als ob sie mich einen unsichtbaren Weg entlangführten, hin zu meinem Platz. Ich folgte den Lichtern und mich erfasste ein tiefer, innerer Frieden. Es waren natürlich Glühwürmchen, die ich da sah. Aber die Freude über dieses Schauspiel der Natur, über diese Schönheit der Schöpfung, selbst fast ohne Licht, ergriff meine Seele.
Nun war ich an meinem Platz angekommen, auf der obersten Spitze eines größeren Felsens, mit einem breiten Plateau, dicht stehenden Bäumen und trotzdem einer schönen Rundumsicht. Ich konnte zwar noch die Geräusche des naheliegenden Dorfes hören, aber diese wurden mit der Zeit immer leiser, bis sie ganz verstummten. Alle waren zu Bett gegangen und selbst die Tiere schliefen jetzt.
Und da erlebte ich ein zweites Schauspiel der Natur. Es wurde mit einem Mal windstill, ich konnte weder Tiere rascheln hören noch bewegten sich die Bäume. Es war, bis auf meinen Atem, vollkommen still. Wie gut es tat, diese Stille zu hören. Ich sog es förmlich in mich auf. Und während ich dalag und lauschte, bemerkte ich, das ich etwas gefunden hatte, was ich fast verloren hatte: meinen Frieden. Es war jetzt alles weg, was sonst um mich herum geschieht: die Geräusche des Verkehrs, das Ticken einer Uhr, die Stimmen meiner Liebsten, das Läuten eines Telefons oder das leise Summen einer Lampe. Ich war allein – ohne alles, was sonst um uns herum ist.
Und trotzdem war ich da – welch ein Gefühl!

Alleine zu wissen, dass mein Körper, mein Geist und meines Seele auch dann existieren, wenn nichts gewohntes mehr um dich herum ist, macht zufrieden.
Dort in der Wildnis finde ich mich selbst und meinen Mittelpunkt. Selbstredend wurde ich dann allmählich müde und legte mich in meinen Schlafsack. Manchmal konnte ich dann noch ein paar Geräusche aufnehmen. Hier ein Rascheln und dort ein Knacksen im Gebüsch, aber für mich herrschte ein tiefes Gefühl des Friedens und des Glücks, hier liegen zu dürfen und einfach nur da zu sein.
Am frühen Morgen wurde ich durch das langsam heller werdende Licht über den Baumkronen geweckt. Auch die Geräusche nahmen langsam wieder zu und ich kam wieder zu mir. Die Nacht nahm ihr Ende und schenkte mir Frieden. Obwohl ich vom Liegen auf dem Waldboden leicht gerädert war, freute ich mich auf den Tag, der anbrach.
….“

 

Teilnehmer 2

„… als die Nacht immer näher rückte, so nahm auch meine Anspannung zu und damit auch meine Zweifel: „Werde ich die Nacht durchstehen?“, „Wie wird es mir gedanklich ergehen?“ und auch die Angst: „Wenn ich etwas über mich selbst herausfinde, was, wenn es mir nicht gefällt?“.

Das Abendessen anschließend war relativ gelöst, da man sich mit allgemeinen Gesprächsthemen und Witzelleien ablenken konnte. Anschließend haben wir uns unseren Platz gesucht, wo wir die Nacht über wachen sollten. Ich hatte zu beginn schon einen Hügel im Kopf und habe meinen Ort auf einem kleinen Plateau, welches von großen Steinen und wenigen Bäumen gesäumt war gefunden. Für mich ein schöner Ort, von dem aus ich ein großes Stück Wald und Wiese überblicken konnte. Die Höhe gab mir auch ein Gefühl von Sicherheit.

Ich hatte mir ein Isomatte und einen Schlafsack mitgenommen, außerdem eine Mütze. Als ich an meinem Platz ankam wurde ich schon von den Bewohnern des Waldes begrüßt: Glühwürmchen. Es war schön diese Insekten mal wieder zu Gesicht bekommen zu haben, da das letztemal bei mir schon einige Jahre her war. Sofort begann ich mir meinen Platz gemütlich einzurichten. Ich schaufelte das Laub zur Seite uns sammelte einige Steine. Anschließend zog ich einen Kreis um meinen Platz und legte die Steine dort in regelmäßigen Abständen hin. Dies sollte MEIN Platz sein und ich wollte den Kreis die ganze Nacht über nicht verlassen. Danach entspannte ich mich und lehnte mich so bequem wie möglich an einen Baum, während es um mich herum immer dunkler wurde.

So begann ich langsam nachzudenken. Da ich keine Ahnung hatte wo ich Anfangen sollte, fing ich einfach am Anfang an. So ging ich einige Punkte in meinem Leben durch und überdachte diese soweit wie es mir möglich war. Zu beginn wurde ich von den vielen nachtaktiven Tieren im Wald unterbrochen, welche sich langsam regten. Als es noch einigermaßen Hell war, schaute ich jedes mal nach einem rascheln im Laub oder einem knarzenden Ast, allerdings gewöhnte ich mich schon bald an die Geräusche des Waldes und so wurde ich immer gelassener was dies betraf. So konnte ich weiter meinen Gedanken folgen. Zwischendurch wechselte ich meine Position und legte mich flach auf den Boden, was zur Folge hatte, dass ich kurz wegnickte. Also veränderte ich erneut meine Position und lehnte nun an einen großen Stein. Dort ging ich weiter meinen Gedanken nach, während es Nacht wurde und ich meine Hand nicht mehr vor meinen Augen sehen konnte. Einmal bin ich äußerst nervös geworden, da ich dachte, dass irgendein Tier direkt neben mir an einem Ast kaute, doch solche Aufregungen legten sich schnell wieder.

Letzendlich habe ich Bestätigung gefunden: Ich bin zufrieden, so wie alles ist und zuversichtlich wie sich meine nahe Zukunft entwickeln wird.

Als dann schließlich die Morgendämmerung einbrach richtete ich meinen Blick gen Osten und machte dabei die Erfahrung, dass so ein Sonnenaufgang verdammt lang sein kann.

Mein Fazit: Die Nacht war ein wunderbare Erfahrung, sich mit sich selbst und der Natur in der näheren Umgebung auseinander zu setzten und Sie hat mir geholfen, mich in meinem „seien“ zu bestätigen