Bogen schießen und Schwertkampf als Kampfkunst zu erlernen lässt uns aufmerksam werden für Veränderungen in uns – beispielsweisel wahrzunehmen, was mich von meiner Konzentration ablenkt. Durch das Training und das Üben der Kampftechniken wird nicht nur der Körper gesünder und leistungsfähiger, die Übenden entwickeln auch mehr Zugang zu ihrer Kraft und Präsenz. Damit einher geht aber auch die Frage an mich selbst, wie ich Verantwortung für mich übernehme und für das, was in meinen Leben passiert. Nicht Opfer zu sein, sondern mich als aktiv Gestaltenden zu erleben….und das führt weiter zur nächsten Frage: Was gibt mir Sinn in meinem Leben? Wozu will ich beitragen?

„Den Weg des Kriegers und der Kriegerin zu gehen, bedeutet …

Unbestechliche Ehrlichkeit gegenüber sich selbst

Verletzliche Großartigkeit

Wehrhaftigkeit und Mitgefühl

Andreas Fuchs

„…jeder muss danach trachten, zuerst sich selbst zu verbessern und dann erst den Anderen, ihre Angelegenheiten mit dem Weisen Spruch von Apollos messend: ERKENNE DICH SELBST, was bedeutet: lernen herauszufinden, wozu du in der Lage, geeignet und begabt bist, und gehe dem nach.“

aus „Toxophilus – die Schule des Bogen schießens“
von Roger Ascham 1544

Kampfkunst bedeutet sich seiner Agression und der Gewalt in uns nicht nur bewußt zu werden und diese zu kultivieren sondern auch zu KÄMPFEN! Sich zu spüren, zu schwitzen, Blessuren zu bekommen und zu zu fügen, zu siegen und besiegt zu werden! Sich dem zu stellen was dann in uns passiert.

Da wir Schwertkampf, Kampfringen und Bogenschießen als Teile der europäischen Kampfkunst, also der Kriegskunst der Ritter, betrachten, beschäftigen wir uns über die sportlichen Übungen hinaus auch mit den ideellen Inhalten des Rittertums. Wie in vielen Quellen überliefert wird, vor allem in den sogenannten Ritterspiegeln, verpflichteten sich die Ritter folgenden Tugenden:

  • Mäßigung – maß halten
  • Schütze die Schwachen
  • Tischsitten, Gute Manieren
  • Beständigkeit, Treue
  • Freigebigkeit

 

Weiter dienten Antike und mythische Helden als Vorbilder, sie lernten Schachspielen und Tanzen genauso wie das Anschleichen und die Jagd mit Hunden und Beizvögeln.

 

Sabine Beutinger und Jan Keupp schreiben in ihrem Buch „Die Ritter“

„Wir dürfen uns den Ritter des Hoch- und Spätmittelalters keineswegs als heroischen Einzelgänger vorstellen….ihr militärisches Potenzial schöpften die Rittertruppen vielmehr aus sorgsam abgestimmten Vorstoß als Verband. Bereits für das 10. Jahrhundert ist eine Ermahnung König Heinrich des I. an seine Reitertruppen überliefert, in der Schlacht gegen ungarische Bogenschützen stets die geschlossene Formation zu wahren.

Es ging also um sich Einlassen, Vertrauen, Gemeinschaftssinn und Disziplin statt um Egoismus und persönliche Befindlichkeiten.