Bisher habe das frühe Aufstehen an Turniertagen ja ganz gut weggesteckt. Ausgerechnet heute, am Tag des Turniers in Gößweinstein, war es ganz anders. Die lange Hitze – Tag wie Nacht – ist endlich einer wunderbaren, wohligen nächtlichen Kälte gewichen. Endlich wieder in eine Decke einkuscheln… und dann… der Wecker!! Ganz ehrlich, hätte ich mich nicht fest angemeldet, wäre ich nicht verabredet gewesen – ich wäre liegen geblieben.
Nach der Feststellung das Beschlossen nun mal Beschlossen ist, habe ich mich auf dem Weg gemacht.

Bereits im letzten Jahr bin ich bei Leinen Los in Gößweinstein gestartet.
In diesem Jahr, hatte ich mich vorab mit Bogenschützen aus Kemnath verabredet, um gemeinsam in einer Gruppe zu schießen. Gesehen haben wir uns schon öfters, auf ihrem Turnier durfte ich auch starten, aber gemeinsam als Gruppe losgehen war neu. Als dann auch noch zufällig Helli zu uns gestoßen ist, ebenfalls quasi „eingemeindet“ in Kemnath, war die Freude riesig! Egal was kommt – der Tag hatte schon vor dem Start gewonnen!!

Der Parcours in Gößweinstein ist per se schwierig. Nicht nur zum Turnier. Viele Weitschüsse, zum Beispiel ein Hirsch auf 57 Meter, aber auch ein sagenhafter Golfschuss auf 150 m. Die Männer meiner Gruppe haben sich etwas beherrscht und alle Pfeile sind vor der Scheibe gelandet, für mich ist es eher die Aufgabe so weit wie möglich zu kommen (ca. 120 Meter), und dann, in diesem Fall galt das für alle, mit dem zweiten Schuss die Scheibe zu treffen. Wer das Treffen der Scheibe mit dem ersten Schuss versucht, fährt natürlich das Risiko zu weit zu schießen (ähm – die Männer), das Ergebnis sind dann 0 Punkte. Ein zurück schießen gibt es dann nicht.

Da der Parcours wirklich schön gelegen ist – wenn auch, wie schon erwähnt, sehr anspruchsvoll – bin ich ihn schon ein paar Mal gegangen. Beim Bogenschießen ist es so, es gibt Ziele die liegen einem, die trifft man auch gut. Und dann gibt es die anderen. Bei mir sind es vorrangig Weitschüsse, mit denen ich mir echt hart tue. Und bewegte Ziele. Also Ziele die über Rollen an einer Schnur laufen und getroffen werden wollen. Ich treffe sie nicht. Nie.
Und dann gibt es Tage wie den Turniertag. Ein Kill beim ersten Schuss auf den fliegenden Wolf (bewegtes Ziel)! Wie das geklappt hat – ich weiß es nicht! Wäre ja auch zu schön, dann könnte ich es beim nächsten Mal reproduzieren.
Oder der Bär weit, bergauf. Bestenfalls war in der Vergangenheit ein gerade-noch-so-Tatzen-Treffer drinnen. Auf dem dritten Pfeil.
Der erste Pfeil – daneben. Der zweite: Center Kill!! Auch hier, die Antwort wie das funktioniert hat werde ich mir selbst schuldig bleiben.

Wo Licht ist gibt es auch Schatten. Das sind Lieblingsziele die plötzlich nicht treffbar sind. Klar, mal Gedankenlosigkeit, Fokus nicht gefunden, eine andere Gruppe lärmend in der Nähe vorbeigelaufen, nicht ausreichend gezielt… Dafür gibt er Erklärungen zuhauf.

Das Miteinander in der Gruppe war toll, eine echte Freude. Wir waren zügig unterwegs. Unsere Vorgängergruppe, auf die wir immer wieder aufgelaufen sind, hat uns überholen lassen… und dann waren wir schnell. So schnell, dass wir glatt eine Stunde vor allen andere Gruppen wieder zurück waren. Was anfangs noch ganz nett ist, wird dann irgendwann zu einer eher öden Warterei. Dafür waren wir die ersten am Grill, auf die leckeren Steakbrötchen habe ich mich ehrlich gesagt schon länger gefreut 

Die Teilnehmerzahl ist mit ca. 80 eher kleiner gehalten – was einer solchen Veranstaltung aber gut tut. Auch im Miteinander. Neue Leute kennenlernen ist vorprogrammiert, sich über die nächsten Turniere austauschen… oder einfach auch mal über andere Dinge unterhalten. Gemeinsam Lachen. Vorbehalte die man eventuell hatte, lösen sich in Luft auf und machen einer Sympathie Platz, die man gar nicht erwartet hätte. Ich glaube das ist auch einer der Punkte die mir an Turnieren am meisten Spaß macht- und die ein großes freundschaftliches „Wir“-Gefühl bilden. Egal wie man abgeschnitten hat.

Apropos Abschneiden. Wie im letzten Jahr gab es eine gemeinsame Männer-Frauen Wertung, je nach Bogenklasse. Die jeweils ersten drei bekamen Pokale, jeder Teilnehmer bekam ein Erinnerungs-Trophächen. Was ich wirklich sehr schön finde. Jeder wurde mit Namen aufgerufen und durfte unter Applaus seinen Preis in Empfang nehmen.
Einen Pokal gab es für mich nicht, dass wäre an Tagen ohne Turnier schon eine große Herausforderung. Und seien wir mal ehrlich.. nimmt ja schon viel Platz im Regal weg so ein Pokal 😉

Im nächsten Jahr komme ich wieder – keine Frage!
Danke www.bogensport-schmidt.de für diesen tollen Event

Pam

5. Bogensport Schmidt Tradi-Cup in Gößweinstein
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