Dutch Lions Cup 2018

Am Samstag dem 25.08.2018 fand zum dritten Mal der Dutch Lions Cup in Utrecht (NL) statt. Eva, Daniel und ich wollten der Einladung folgen, leider musste Daniel jedoch verletzungsbedingt zu Hause bleiben. Gute Besserung!

So zogen also Eva und ich gemeinsam los, um unser erstes internationales Turnier zu besuchen. Durch den Verkehr etwas verspätet, kamen wir Freitagnacht in der Schlafhalle in Utrecht an. Am nächsten Morgen ging es dann zur Turnierhalle. Dort angekommen trafen wir die ersten bekannten Gesichter. Unter anderem Nicolai Rohman von TG Münster, einer befreundeten Fechtschule aus dem Schwertring, und Olga und Andreas Reinartz von Brückenschlag, welche unser Dürerturnier dieses Jahr besucht hatten.

Das sehr professionell organisierte Turnier startete pünktlich um 08:30 mit einer Ansprache von Cor Kronenburg. Um 09:00 Uhr begannen dann die ersten Gefechte. Für die Begegnungen standen insgesamt 4 Kampfflächen zur Verfügung, jede mit einem großen Team aus Kampfrichtern und Tischbesatzung ausgestattet, welches einen zügigen und reibungslosen Ablauf ermöglichte. Eva und ich waren erst am Mittag dran, deshalb nutzte ich die Zeit um Nicolai bei seinen Gefechten als Coach zu unterstützen. Eine für uns neue Regelung, so musste bei jedem Kampf ein Coach zur Verfügung stehen, der im Zweifel ein Protestrecht hatte. Hier wurde schon in den ersten Gefechten klar, dass das kämpferische Niveau sehr hoch war. Insgesamt traten 95 Athletinnen und Athleten aus 14 verschiedenen Ländern an, darunter auch Kämpfer aus den USA und Kanada.

Um 13:30 starteten dann unsere jeweiligen Pools. Vielen Dank hier an Olga, welche Eva durch den Damenwettkampf begleitet hat und an Nicolai, der mich unterstützte.

In meinen Poolgefechten gelang es mir mich stetig zu steigern und die Anspannung abzubauen. So verlor ich mein erstes Gefecht gegen Max van den Ekart von „De Zwaardkring“ aus Holland, konnte aber schon in meinem zweiten Gefecht gegen Dávid Czégé, einem Ungarn von „Ars Ensis“, ein Unentschieden erzielen. Die beiden folgenden Begegnungen gegen Sacha de Wind und Jors Baars, beide von „Zwaard & Steen“, konnte ich für mich entscheiden. Trotz Rückstand in diesen beiden Gefechten gelang es mir mich mit viel Mühe durchzusetzen. Mein letztes Gefecht gegen den Engländer Matthew Holden-Williams von „Virtus Sword School“ konnte ich dann souverän und erfolgreich abschließen.

Eva war von dem hohen Niveau, auch bei den Kämpfen der Damen begeistert und ebenso gespannt. Von Olga motiviert startete sie in ihren ersten Kampf gegen Izabele Aparecida Saorin von „Zwaard & Steen“. Sie legte von Anfang an eine gute Präsenz an den Tag, konnte aber den Kampf gegen die technisch starke Holländerin nicht für sich entscheiden. In Ihrem zweiten Gefecht gegen Jo Wimborne aus England konnte Eva mit einfachen aber klaren Aktionen erfolgreich Punkten und den Kampf für sich entscheiden. Anschließend ging es in einen Freundschaftskampf gegen Eline Spek von „Zwaard & Steen“, den Sie leider durch einige Unaufmerksamkeiten, die Eline sofort ausnutze, verlor. In der folgenden Begegnung gegen die spätere Dritte des Damenturniers, Michela D’Orlando aus Italien, machte sich ihre Kontrahentin ihre Reichweite gegen Eva zunutze gewann klar den Kampf. Im letzten Gefecht gegen Györgyi Czifra aus Ungarn versuchte Sie noch mal alles die Poolphase erfolgreich zu beenden. Leider reichte die Mühe zum Schluss nicht aus, um die Ungarin zu schlagen.

Nun hieß es erst einmal warten bis die letzten Poolrunden erledigt waren. Aus den Ergebnissen aller Gefechte wurde eine Rangliste erstellt, bei der die besten 32 Fechter in die K.O. Phase weiterkamen. Als die Ergebnisse dann feststanden, fand ich mich auf Platz 22 wieder und konnte mich somit, als einziger Deutscher in der Kategorie „Open Longsword“ für die K.O. Runde qualifizieren. Mit dem Einzug in diese Runde hatte ich auch mein persönliches Ziel erreicht. Eva schaffte es in der Kategorie „Womens Longsword“ auf Platz 13, hier konnten sich leider nur die besten 8 Kämpferinnen qualifizieren.

In der K.O. Runde ging es dann gegen den erfahrenen Fechter Marcos Arino von „Historisch Vrijvechten Nederland“. In diesem intensiven und lehrreichen Gefecht musste ich mich den starken Holländer dann geschlagen geben.

Damit endete dann für uns die aktive Teilnahme und wir konnten gemütlich die weiteren Gefechte verfolgen. Nach einem gemeinsamen Abendessen starteten dann die Halbfinal- und Finalgefechte. Diese wurden per Livestream übertragen und von Cor Kronenburg und Matt Galas kommentiert. Hier fieberten wir vor allem für die letzte verbliebene deutsche Athletin, Carla Huvermann von Grün-Weiß Holten, mit, die sich gegen ihre starken Gegnerinnen durchsetzte und zum Schluss verdient den ersten Platz in der Kategorie „Womens Longsword“ erzielte. Gratulation zu dieser beeindruckenden Leistung.

Im gemütlichen Teil des Abends trafen wir uns dann noch mit einigen Fechtern in der Schlafhalle. Am nächsten Morgen ging es für Eva und mich dann wieder zurück nach Hause. Damit endete ein intensives und lehrreiches Wochenende.

Herzlichen Glückwunsch an die Siegerinnen und Sieger und vielen Dank für die gute Organisation von „Zwaard & Steen“ und allen die daran mitgewirkt haben. Auch ein herzliches Dankeschön an alle Fechter für die gute Stimmung in der Halle und das tolle miteinander.

Ergebnisse:

Open Longsword:

1st place: Michel Rensen
2nd place: Joris Jacobs
3nd place: Sander van Eijk

Ladies Longsword:

1st place: Carla Huvermann
2nd place: Jane Johnston
3nd place: Michaela D´Orlando

Best technical: Arto Fama
Best sportsmanship: Arto Fama
Best newcomer: Joost Meijering

Bericht von Basti zum Dutch Lions Cup 2018
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